H.E. Nossack

DAS MAL

eine szenisch-musikalische Bearbeitung

der gleichnamigen Kurzgeschichte

für zwei Sprecher,

zwei Posaunen und tuba

Die Kurzgeschichte Das Mal erzählt von einer Expedition, die in extremer Kälte und Einsamkeit ein fernes Ziel erreichen will. Die Protagonisten stoßen sie auf eine Art Wegmarke, das all ihre Aufmerksamkeit gefangen nimmt, denn ES LÄCHELT.

 

Und tatsächlich stoßen sie bei diesem Mal an eine unsichtbare Grenze ...

 

Eine Grenze wird erreicht.

Das Erreichen der Grenze hebt diese Grenze auf.

Das Unbekannte, das zuvor vor der Grenze lag,

liegt jetzt dahinter.

 

Die arktischen Zonen, der hohe Norden wie der äußerste Süden des Erdballs haben schon immer die Menschen fasziniert und zu Abenteuern getrieben, die oft tödlich endeten. Die scheinbar endlosen Flächen, ob Wasser, ob Land reizen dazu, immer weiter vorzudringen, immer weiter …

 

Die Bühnenfassung von Sepp Fischer entstand im Auftrag der Künstlergruppe GRAZ e.V. Regensburg nach der Kurzgeschichte "Das Mal" von H.E. Nossack. Die Originalmusik für szenisch-musikalische Bearbeitung für zwei Sprecher, zwei Posaunen und Tuba komponierte Peter Wenk. Die Uraufführung fand statt am 11. November 2003 in den Ateliers der GRAZ e.V. Regensburg.

Hans Erich Nossack entstammte einer wohlhabenden Hamburger Familie; sein Vater Eugen Nossack betrieb eine Handelsfirma. 1920 immatrikulierte er sich an der Univeristät Jena, wo er ein Studium der Rechtswissenschaft sowie der Staats- und Volkswirtschaftskunde begann, das er 1922 abbrach.

Im selben Jahr erklärte Nossack seinen Austritt aus der schlagenden Studentenverbindung Corps Thuringia Jena der er vom Sommer 1920 bis zum Winter 1922 angehört hatte. Er verzichtete zugleich auf Unterstützung durch seine Familie und versuchte, sich als Hilfsarbeiter durchzuschlagen.

Vorübergehend wurde er Mitglied der KPD. 1923 kehrte Nossack nach Hamburg zurück und heiratete 1925 Gabriele Knierer (1896-1987), mit der er sein Leben lang trotz großer Schwierigkeiten verheiratet blieb.

Er wurde Bankangestellter und absolvierte in den folgenden Jahren eine Ausbildung als Bankkaufmann.

Neben dem Brotberuf verfasste er Gedichte und schrieb Dramen. 1930 wurde er erneut KPD-Mitglied. 1933 zog er sich in die väterliche Firma zurück.

Es kam zu Haussuchungen durch die SA und die Polizei, aber er wurde nicht verhaftet. Er übernahm bald darauf die Leitung der Importfirma.

1943 wurden seine Tagebücher und Manuskripte durch den heftigsten Bombenangriff auf Hamburg vernichtet. Abgesehen von einigen publizierten Gedichten in der Neuen Rundschau 1942 und 1944, erschienen seine ersten Veröffentlichungen ab 1947, zunächst beim Wolfgang-Krüger-Verlag, Hamburg.

 

Im Jahr darauf erschienen erste Bücher in Übersetzung in Frankreich.

 

Nossack wurde 1949 in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, gewählt und 1950 u.a. Gründungsmitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

 

Darüber hinaus war er seit 1961 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Im Dezember 1969 kehrte er nach Hamburg zurück, wo er bis zu seinem Tode 1977 lebte und schrieb.

 

Nossack wurde als „der größte deutsche Erzähler des Phantastischen nach Kafka“ bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)

 

Plakat "Das Mal" H.E.Nossack, Sepp Fischer, Peter Wenk

mit:

Sprecher 1: N.N.1

Sprecher 2: N.N.2

 

Posaune 1: N.N.3

Posaune 2: N.N.4

Tuba: N.N.5

 

Komposition:

Peter Wenk

 

Buch / Regie:

Sepp Fischer

"Der lächelnde Tote im tiefen, arktischen Eis „Es knistert abenteuerlich bei dieser Inszenierung. Man hört das Eis knacken. Der Wind fegt über die Schneewehen und die unirdische Einsamkeit der Polarlandschaft kriecht dir an den Beinen hoch, bis sie dich im Genick hat. Die fast tonlos ruhigen Stimmen der beiden Sprecher schöpfen die magie der Szenerie voll aus. Die Instrumente – zwei Posaunen, eine Tuba– verleihen dem Text die unirdische Athmosphäre, die er braucht. […] Sepp Fischer hatte einen Riecher, als er beschloss, Nosscks Erzählung “Das Mal“ für die Bühne zu dramatisieren. […] Sepp Fischer hat Regie geführt, peter Wenk hat die Musik geschrieben. Sie ist schräg, avantgardistisch und sehr eindringlich, in der Nachfolge eines John Cage. […] Musik und Text ergeben zusammen eine Magie, die derjenigen von Enzensbergers Hörspiel vom Untergang der Titanic keineswegs nachsteht. […] Sepp Fischers Inszenierung hat verstörendes Format. Zurück bleibt ein Rätsel, das man nicht auflösen sollte.“

Manfred Stuber,

MZ 18./19. Oktober 2003