LOVE LETTERS

A.R. Gurney

Die Lebenswege von Melissa und Andy verlaufen sehr unterschiedlich und sind doch so eng miteinander verknüpft, dass man sich immer wieder fragen muss: Wird es irgendwann zwischen ihnen „passen“ – oder sind sie dazu verdammt, sich immer wieder zu verpassen? 

 

Seit ihren ersten Schülerjahren stehen sie in dauerndem Briefwechsel, der bis jenseits ihres fünfzigsten Jahres anhält. In ihren traurigen oder witzigen, sehnsüchtigen, aber auch existentiellen Briefen schildern und kommentieren sie, was sie erleben: Grundschule und Internat, das Studium, Liebes- und Eheleben mit Streit und Versöhnung, die Erziehung der Kinder, Scheitern und Erfolg im Beruf. Melissa verzweifelt im Laufe der Jahre immer mehr am Leben, während Andy ehrgeizig und zielstrebig seine Karriere verfolgt.

 

Dennoch bleiben beide emotional eng verbunden, ja sie üben eine fast magnetische Anziehungskraft aufeinander aus. Man kann das auch Liebe nennen. Sie leuchtet aus den Texten - mal wie ein aufloderndes Feuer, mal wie ein verglimmendes Streichholz. Aus zwei Einzelschicksalen entsteht ein Panorama der mittleren Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.

Albert Ramsdell Gurney Jr geboren 1930 in Buffalo (New York), ist Professor für Literatur und lebt heute in der Nähe von Boston. Er schrieb zahlreiche Romane, Stücke und Drehbücher fürs amerikanische Fernsehen. Nachdem er das Studium am William College mit einem Abschluss als Bachelor of Arts beendet hatte, ging er 1952 zur US Navy und zog in den Korea-Krieg. Hier schrieb er Szenen für Shows zur Unterhaltung der Soldaten. Nach seiner Rückkehr 1955 schrieb er sich bei der Yale School of Drama ein. Dort lernte er 1957 Mary Foreman Goodyear kennen, die er heiratete. Nach dem Ende des Studiums ging er nach Belmont, Massachusetts, um dort Englisch und Latein an einer Jungenschule zu unterrichten. 1960 wechselte er ans Massachusetts Institute of Technology (MIT), um dort an der Fakultät für Geisteswissenschaften zu lehren. Auch wenn er seit 1981 nicht mehr unterrichtet, ist er dennoch weiterhin Mitglied der Fakultät. In Yale begann Gurney zu schreiben. Seine bevorzugten Themen sucht er sich in den gesellschaftlichen Kreisen, die in den Vereinigten Staaten W.A.S.P genannt werden: (White Anglo-Saxen Protestants) Weiße angelsächsische Protestanten, dieses höhere amerikanische Bürgertum in den adretten Häusern, die auf untadelig gepflegten Rasen in genau den richtigen Stadtvierteln stehen. Seit 1970 beobachtet Gurney diese hochrespektablen Leute mit viel Gemüt und Humor, gewürzt mit schonungsloser Härte. Ein Kritiker drückte es nach einer Uraufführung eines seiner ersten Stücke »Scenes from American Life« (1971) so aus: Er zeigte sie uns »in ihrer ganzen Lebensfreude, in ihren Narrheiten und Vorurteilen, in ihrer Mittelmäßigkeit und ihrer Tragödie. Mit „The Dining Room“, dem Stück, das 1982 in New York Premiere feierte gelang Gurney der Durchbruch. Der größte Erfolg gelang ihm 1989 mit DIE COCKTAIL STUNDE und LOVE LETTERS, die auf vielen internationalen Bühnen inszeniert werden. LOVE LETTERS gehört zu den am meistgespielten Stücke an den deutschen Bühnen. Zu seinen weiteren im deutschsprachigen Raum bekannten Stücken zählen u.a. SYLVIA, SPÄTER IM LEBEN, LABOUR DAY und DAS PROBLEM. Seit 2006 ist Gurney Mitglied der American Academy of Arts and Letters

(Quelle: Per H. Lauke Verlag e.K.)

Sepp Fischer, Anika Kühl, Anka Draugelates Theater der Vaganten-Regensburg

mit:

Sepp Fischer als Andy Ladd 

Anika Kühl als Melissa Gardner

 

voc / Viola / objecte

Anka Draugelates

Regie Sepp Fischer

"So ergreifend kann ein Theaterabend sein! […] Angekündigt als szenische Lesung  […] schafften es die Darsteller des Theaters der Vaganten Regensburg mit einfachen Mitteln gefangen zu nehmen.  […] Auf außergewöhnliche Weise wird der Zuschauer Zeuge eines lebenslangen Briefwechsels  […].Von ihrer großen hoffnungsvoll-hoffnungslosen Liebe, ihrer Anziehung und ihrem Sich-Verpassen erzählen ihre Briefe und Karten, vorgelsen, oder besser interpretiert von Sepp Fischer und Anika Kühl. […] Ein Glanzpunkt des stimmungsvollen und höchst facettenreichen  Theaterabends voller Melancholie, aber auch Heiterkeit  und Leichtigkeit, stellt die Performance von Anka Draugelates dar.  […] So ergreifend und gut kann auch die Einfachheit sein!"

Andrea Kaufmann,

Straubinger Tagblatt